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Montag, 03 August 2009 14:38

Feuchtwarme Witterung läßt Sommer-Steinpilze sprießen

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Rehna-Woitendorf. So früh waren die Rehnaer Pilzfreunde noch in keinem Jahr ausgezogen um dem Lockruf der Steinpilze zu folgen! Die Gadebuscher Buchhändler Kerstin Schnürl & Thomas Müller hatten schon vor einigen Tagen einen Korb voller Sommer-Steinpilze (Boletus aestivalis) geerntet und so wurde kurzfristig ein wichtiger  Besichtigungstermin" des Woitendorfer Waldes anberaumt! Das feuchtwarme Wetter der letzten Tage hatte Wirkung gezeigt. Kaum war man im Wald, da ging es auch schon los mit den ersten Rotfußröhrlingen, Perlpilzen und einer bunten Schar von scharf und mild schmeckenden Täublingen. Und dann hörte man die ersten Begeisterungsrufe aus dem Unterholz: Hurra ein Steinpilz.
Die Euphorie war unüberhörbar und freudestrahlend füllten sich die Pilzkörbe. Sommersteinpilze in solchen Mengen hatten die Rehnaer Pilzfreunde bislang noch nicht entdeckt. Bei hochsommerlichen Temperaturen wird sich manch einer an den Kopf fassen und den Strand vorziehen. Für wahre Pilzfans ist es aber genau die richtige Jahreszeit um die schon ab Mai wachsenden Sommer-Steinpilze zu suchen.

 

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Über ihren schönen Korb gefüllt mit diesen Köstlichkeiten freuten sich besonders Petra Nickel und Irmgard Prieß. Beide hatten wirklich prächtige Exemplare vom Sommer-Steinpilz gefunden und werden diesen Tag sicherlich noch lange in guter Erinnerung behalten. "Das ich so viel essbare Pilze mit nach Hause nehmen kann hätte ich wirklich nicht erwartet", so das Urteil vieler Teilnehmer der Wanderung. Aber nicht nur Steinpilz und Verwandtschaft wurden geschnitten, auch für die Artenkenntnis wurde etwas getan. Immer wieder wurden Merkmale am "lebenden Objekt" erläutert und so das sichere sammeln gefördert!

 

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Nach der Sammeltour wurden die buntgefärbten und gut gefüllten Pilzkörbe kontrolliert. Weiterhin konnten einige interessante und z.T. seltene Arten entdeckt und notiert werden. Zu den Seltenheiten gehörte u.a. der Anhängsel-Röhrling (Boletus appendiculatus). Diese Art besiedelt nur alte Edellaubwälder wie sie immer seltener werden und deshalb gilt der Röhrling in Deutschland als "stark gefährdet" (Rote Liste)! Mit frischgebackenem Kuchen von Jungmitglied Britt-Moniq Etzelsberger aus Gudow (Schleswig-Holstein) ging eine erfolgreiche Pilzwanderung bei hochsommerlichen Temperaturen zu Ende.

 

Torsten Richter

Gelesen 8293 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 22 August 2012 12:34