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Montag, 12 Januar 2015 00:00

Pilz des Jahres 2015

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Becherkoralle (Artomyces pyxidatus (Pers.) Jülich )
Eine besonders schöne und ungewöhnliche Art aus der Gruppe der Korallenpilze mit dem wissenschaftlichen Namen Artomyces pyxidatus (Pers.) Jülich hat die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) zum Pilz des Jahres 2015 gewählt. Die in jedem Jahr präsentierte Art soll stellvertretend für die Pilze allgemein den Blick der Öffentlichkeit auf die wichtige Bedeutung der Pilze für uns und unsere Umwelt richten. Die zunehmende Nutzung von Holz aus den Wäldern zum Heizen schont zwar die Vorräte an fossilen Brennstoffen, aber sie reduziert auch den natürlichen Lebensraum für viele wichtige und seltene Organismen, wie ebend der Becherkoralle. Sie braucht das Totholz von abgestorbenen, älteren, stark vermorschten Baumstämmen, vorwiegend Pappel- und Weidenarten, zum Überleben. So erscheinen meist mehrere Fruchtkörper standorttreu viele Jahre lang.


Charakteristisch für die Becherkoralle, die auf den ersten Blick den Korallenpilzen der Gattung Ramaria ähnelt, sind die senkrecht aufsteigenden und quirlförmig verzweigten Äste mit ihren becherförmigen Enden. Die blaß creme- bis ockerlichen Fruchtkörper können eine stattliche Größe von bis zu 15 cm erreichen.

  • Becherkoralle auf Pappelstubben in Rehna
  • Pilz des Jahres 2015
  • Becherkoralle von Nahem
  • Becherkoralle - einfach nur schön

Aktuell ist die immer schon seltene Becherkoralle noch keine vom Aussterben bedrohte Pilzart - ihr kommt als wärmeliebende Art der Klimawandel zugute. Derzeit gibt es noch so viel Totholz in einigen Wäldern, dass sich die Becherkoralle in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren insbesondere auf Kiefernholz in der norddeutschen Tiefebene ausbreiten konnte. Die überwiegende Zahl der Funde liegt in Stromtälern an wärmebegünstigten Stellen.
In Mecklenburg-Vorpommern wurde die Becherkoralle auf Rügen und in der Nähe von Grabow nachgewiesen (KREISEL 2011) , allerdings auf Kiefernstümpfen bzw. -stämmen, wie auch die Funde in Brandenburg und Sachsen-Anhalt.
Ein weiter Fundort befindet sich in Rehna, im Garten des Vorsitzenden des Rehnaer Pilzvereins. Seit einigen Jahren entwickeln sich kontinuierlich oft mehrere Fruchtkörper an einem nun schon sehr vermorschten Pappelstamm. Auf unserer alljährlich stattfindenden Pilzausstellung konnten die Besucher Exemplare dieser ungewöhnlichen Art in Augenschein nehmen und ihre Eleganz bewundern.
Mit der Aktion „Pilz des Jahres" macht die DGfM auf die Gefährdung unserer heimischen Pilze aufmerksam und wirbt für einen respektvollen Umgang mit der Natur.
Katrin & Torsten Richter

Gelesen 3868 mal Letzte Änderung am Montag, 12 Januar 2015 08:44