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104 Pilzarten in drei Stunden – Gluthitze am GEO- Tag der Artenvielfalt konnte Rehnaer Pilzfreunde nicht abhalten

GEO_Tag_Gruppenfoto

 

Rehna-Garrensee. Schon seit dem Start des Pilotprojektes zum 1. GEO-Tag der Artenvielfalt am 5. Juni 1999 an den Ufern der Wakenitz beteiligen sich Mitglieder des Rehnaer Pilzvereins „Heinrich Sternberg“ e.V. aktiv an diesem bundesweiten Umweltprojekt. Damals trafen sich102 Experten zur ersten von der Zeitschrift GEO veranstalteten Bestandsaufnahme zur Lage der Natur in Deutschland.

Am vergangen Sonnabend war es wieder so weit. Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen zog eine kleine Schar von „belupten“ Pilzfreunden aus, um eine 1.Frühjahrskartierung der Pilzwelt des NSG Salemer Moor zu realisieren. Welche Arten wachsen unter diesen Bedingungen schon im Juni?

Um es gleich vorwegzunehmen, weniger als 2010, aber immerhin 104 Pilzarten konnten in drei Stunden erfasst werden.

 

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Als Gäste begrüßte Vereinschef Torsten Richter die Kieler Pilzchefin Maren Kamke und als Vertreter der WWF- Naturschutzstelle Nord Frau Sabine Reichle. Durch beide gab es tatkräftige Unterstützung bzw. wertvolle Informationen.

Zügig ging es in Richtung Plötscher See, vorbei am Ufer des Garrensee. Hier wurden die in Norddeutschland wohl einmaligen Bestände des Strandlings (Littorella uniflora) bewundert. Mit seinen feuerwehrroten Hüten fiel am Seeufer der seltene Feinschuppige Moor-Saftling (lat.: Hygrocybe coccineocrenata) auf. Bei der Bestimmung halfen Mykologen aus Österreich und Süddeutschland. Auf einem morschen Zitterpappelstamm wartete dann auch schon ein weiterer toller Fund. Nemania chestersii (Kohlbeerenart), konnte erstmalig für Schleswig-Holstein und das norddeutsche Tiefland nachgewiesen werden. Mit Lupe untersuchten die Pilzfreunde dann Großseggenriede und Bruchwälder im N-Teil des Plötscher Sees. Viele, meist kleine Pilze wanderten in die Sammeldosen und wurden zur mikroskopischen Bestimmung mitgenommen. In den letzten Tagen wurde das gesammelte Material in Kiel und Rehna mikroskopisch bestimmt, einige Proben sind noch in Graz (Österreich) bzw. in Tübingen zur Nachbestimung unterwegs. Es können also noch weitere, neue Arten in die Listen hinzukommen. Trotz der anhaltenden Trockenheit gab es also wirkliche Raritäten zu entdecken. So dürften auch Pyrenopeziza betulicola und Sarcotrochila alpina (!) neu für Norddeutschland sein. Allesamt Pilzarten ohne deutschen Namen, weil nur sehr selten überhaupt in Deutschland gefunden. Eine sichere Bestimmung war nur mit Hilfe von Mikroskopen und der freundlichen Unterstützung von verschiedenen Pilzspezialisten aus dem In- und Ausland möglich.

Zu einem spannenden Kuriosum entwickelte sich der Fund von Christoph Höpel. Er entdeckte eine „wollige Fliege“ , die auf einem dünnen Ast ruhte. Bei genauerem Betrachten stand es fest. Sie war schon in den ewigen Jagdgründen angekommen, aber welchen Todes starb sie? Ihr außergewöhnliches Outfit veranlasste uns zu einer umfassenden Recherche im Internet und in verschiedenen mykologischen Fachzeitschriften. Entomophthora muscae heißt die Lösung! Im deutschen Sprachraum könnte man den Pilz auch Fliegentöter nennen. Welch finstere Geschichte spielte sich in den noch dunkleren Wäldern des Garrensees ab? Die Fliege infizierte sich mit dem Pilz und dann drangen die Hyphen ins Gehirn der harmlosen Fliege ein. Das Bewegungszentrum wurde außer Kraft gesetzt und die Fliege zur umgehenden Landung gezwungen. Der „Geist“ des Pilzparasiten zwingt die Fliege zu Fuß und mit letzter Energie auf den höchstgelegenen Punkt des Astes, die Fliege bricht zusammen und stirbt. Der Pilz entwickelt sich nun prächtig zur „wolligen Fliege“ und der höchste Punkt des Astes sorgt für eine möglichst optimale Verbreitung des Pilzes! Pilze sind also gar nicht so friedlich.

Auf dem Rückweg gab es für einige Pilzfreunde kein Halten mehr. Nach einer schweißtreibenden Pilzexkursion gings zum Baden in den Garrensee. Einfach herrlich! Am Nachmittags wurde dann noch gemeinsam Wildschweinbratwurst gegrillt und auch das kühle Bier erfrischte die ausgetrockneten Pilzfreunde. Schon traditionell präsentierten Britt Moniq Etzelsberger aus Gudow und Alex Glomb ihre leckere GEO Tagstorte. Vielen Dank an die Beiden!

Der GEO Tag war wieder ein aktiver Beitrag des Rehnaer Pilzvereins zur Erforschung der heimischen Pilzwelt, diesmal im benachbarten Bundesland Schleswig-Holstein. Für die Unterstützung danken wir dem WWF-Nord Mölln, dem Fachdienstleiter für Natuschutz,
Kreis Herzogtum Lauenburg Herrn Koch und den Kieler Pilzfreunden.
Weitere Infos und Bilder unter: www.pilzverein-rehna.de

Torsten Richter, Vorsitzender Rehnaer Pilzverein „Heinrich Sternberg“ e.V.


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