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Neue Raritäten im Woitendorfer Wald entdeckt/ Artenzahl erhöht sich weiter

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Woitendorfer Wald ist ein Aushängeschild für Artenvielfalt im Reich der Pilze

Prof. Dr. H.Kreisel aus Greifswald bestätigt seltenen Pilzfund!

Rehna-Woitendorf. Nachdem in den letzten Wochen die Steinpilze in den heimischen Wäldern wuchsen wie selten, hat sich das Bild nun etwas gewandelt. Die Herbst- oder Totentrompete hat die Regie in unseren anspruchsvollen Buchenwäldern übernommen und manch Pilzfreund hat schon einige Körbe dieses schmackhaften und gut zum Trocknen geeigneten Würzpilzes geerntet! Und so wurden auch die Rehnaer Pilzfreunde auf ihrer Wanderung am Wochenende von den Herbsttrompeten fast „umgepustet", so dicht standen sie stellenweise. Mit großer Freude wurde der ausgezeichnete Würzpilz gesammelt. In die Körbe gesellten sich weiterhin essbare Schirmpilze, Stockschwämmchen, Maronen, Violette Rötelritterlinge, die ersten Rauchblättrigen Schwefelköpfe, vorzügliche Semmelstoppelpilze und natürlich Steinpilze. Die Euphorie war unüberhörbar und freudestrahlend füllten sich die Pilzkörbe, denn das niederschlagsreiche Wetter der letzten Wochen hat den Pilzliebhabern einen „reich gedeckten Tisch beschert". Kaum war man im Wald, da ging es auch schon los. Ein Ausnahmejahr!

Nach gut drei Stunden entspannter Sammeltour durch „Märchenwälder" mit Fliegenpilzen und Strubbelkopf-Röhrlingen traf sich die „pilzsüchtige Meute" um die buntgefärbten und gut gefüllten Pilzkörbe zu kontrolliert. Unter den erbeuteten Trophäen kamen auch wieder einige Raritäten und Besonderheiten an das Licht des Tages! Den schönsten, weil seltenen Fund machte die Schülerin Marie Hannemann aus Vitense. Auf einer moosigen Waldlichtung entdeckte sie einen olivbraunen Knollenblätterpilz. Vereinschef Torsten Richter wurde gerufen und erkannte sofort das hier eine Seltenheit entdeckt wurde. Die Literaturauswertung und Bestimmung führte zum Grauhäutigen Scheidenstreifling (Amanita submembranacea). Die Bilder wurden sofort zu Prof.Dr.Hanns Kreisel (Uni Greifswald) gemailt und noch in der Nacht kam die Bestätigung des Fundes! Diese Scheidenstreiflingsart wurde in den letzten 40 Jahren erst zweimal in Mecklenburg-Vorpommern beobachtet! Mit dem Anhängsel-Röhrling (Boletus appendiculatus), fand auch Frank Fischer eine Rarität. Diese Art besiedelt nur alte Edellaubwälder wie sie immer seltener werden und deshalb gilt der Röhrling in Deutschland als „stark gefährdet" (Rote Liste)!

Vereinschef Torsten Richter leistete ebenfalls seinen Beitrag und steuerte mit dem Fund des Tonweissen Dickfußes (Cortinarius turgidus) eine Art der montanen bzw. subalpinen Region bei, die in Mecklenburg-Vorpommern nur sehr selten beobachtet wurde. Dieser Fund wurde von einem Spezialisten aus Jena bestätigt. Der Rehnaer Pilzverein ist zwischenzeitlich nicht nur eine gute Adresse für Freunde der „Pilzpfanne", sondern beteiligt sich auch aktiv an der Erforschung der Pilzwelt und pflegt gute Kontakte über Deutschlands Grenzen hinweg.

Durch den Rehnaer Pilzverein ist der Woitendorfer Wald nicht nur als Eldorado für Speisepilzfreunde bekannt geworden, als Teil eines FFH- Gebietes gilt er auch als ein wirkliches Aushängeschild für Artenvielfalt im Reich der Pilze. Die über 1100 (!) festgestellten Pilzarten sind ein eindrucksvolles Argument für das von den Vereinten Nationen zum "Internationalen Jahr der Artenvielfalt" proklamierte Anliegen, auf den weltweit akut drohenden Verlust der biologischen Vielfalt von Tieren, Pflanzen und Pilze aufmerksam zu machen.

Als nächstes Vorhaben der Rehnaer Pilzfreunde stehen die 11. Tage der Pilze ins Haus. Vom 2.-3.Oktober dreht sich in den Kreuzgängen der ehemaligen Klosterkirche wieder alles um das Thema Pilze. Diese Veranstaltung erfährt wieder breite Unterstützung lokaler Sponsoren und ist ein Gemeinschaftsprojekt Pilzverein-Regionale Schule Rehna. Weitere Informationen unter: www.pilzverein-rehna.de