Dienstag, 08 Februar 2011 18:30

Das "Reich" der Pilze

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Das "Reich" der Pilze   Durch Pilze reich werden!

Matthias Krause // Ich denke mal, dass viele Leser gleich von der Überschrift abgeschreckt sind und diesen Artikel gar nicht erst lesen. Erstens geht es ja mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um finanziellen Reichtum, wenn solch ein Beitrag von einem „Kirchenmann“ kommt. Da hat man nur eine Predigt zu erwarten über geistliche Reichtümer und so etwas. Zweitens ist es gar nicht für jeden Pilzfreund gut finanziell reich zu werden, da das bekanntlich oft den Charakter verdirbt. Drittens sind hier keine Bilder zu bewundern.

So, wer bis hier zu lesen durchgehalten hat, darf aber schon mal wissen,   (jetzt bitte nur Insider auf Weiterlesen klicken) ...

dass es hier doch um Geld geht. Obwohl - eine kleine Predigt mag ja nicht schaden - das Reich-Werden der Seele für mich wesentlich bedeutsamer ist. Vieles muss ich mir kaufen. Pilze jedoch bekomme ich immer wieder geschenkt. Ich gehe einfach los, ohne Geld, habe nicht umgegraben, nicht gesät und gepflegt, und darf doch immer wieder ernten: Pilze, frische Luft, Sonne, Bilder, Gerüche, Ruhe, Freiheit … Der Ausdruck dieses Reichtums ist sind Staunen und Dankbarkeit. Auf meinem Schreibtisch liegen zwei tolle Bücher der Biologin Dr. Rita Lüder. Ich schließe diesen Absatz mit einem Zitat aus ihrem Buch „Grundkurs Pflanzenbestimmung“: „Mein am tiefsten empfundener Dank gilt unserem Schöpfer, dessen Ausdruck die Natur ist - mit all ihren unzähligen kleinen und großen Wundern, von denen wir alle ein Teil sind und die uns jeden Tag neu bereichern.“

Kommen wir nun zum  Kommerz. Schön, dass es solche „billigen Hobbys“ gibt wie die Pilzliebe (Mykophilie, um es gehobener auszudrücken). Korb und Messer hat man sowieso, einen Fotoapparat auch. Vereinsbeitrag und ein paar Pilzbücher kosten nicht so viel (mir fallen jedenfalls teurere Hobbys ein wie Diamanten sammeln, Heißluftballon fahren ...). Dann kaufte ich für 50 € das erste Mikroskop im Supermarkt mit immerhin 1000-facher Vergrößerung und computer-kompatibler Kamera. Irgendwann besorgte Torsten mir ein gebrauchtes hochwertiges Mikroskop. Das war’s auch schon an Anschaffungen und ergibt einen Hobbygrundausstattungsstartbetrag de luxe“ von etwa 1000 €. Dazu kommen laufende Kosten wie Pilzkalender, Pilzzeitschrift und Benzingeld, welche jedoch unerheblich sind. Das wird sozusagen aus der Portokasse gezahlt, wie man gleich sehen wird.

Nun zu den Einnahmen. Ich schätze mal, dass ich in den etwa fünf Saison-Monaten in jeder Woche zwei schöne und abwechslungsreiche Pilzgerichte genieße. Das wären stolze 40 Mahlzeiten x 10 € (angenommener Gaststättenpreis, falls es solche Nobel-Pilz-Restaurants gäbe) = 400 € im Jahr. Ich bin jetzt fünf Jahre infiziert, macht 2000 €. So der Herr will, ich fing mit 40 dieses schöne Hobby an, kann ich auch 40 Jahre partizipieren, macht insgesamt 16.000 €. Natürlich sammle ich nie nur eine Mahlzeit, sondern durchschnittlich vier, macht das Vierfache, also 74.000 €. Ach, da runden wir mal gleich auf 100.000 €, da die Monate der Nebensaison noch unberücksichtigt sind. Weil man von Geld allein nicht glücklich wird, sei noch gesagt, dass ich natürlich einen Teil meiner Funde umtausche bzw. verschenke. Da kommt so Manches zurück: materielle Tauschprodukte, Bewunderung, Dank, Dienstleistungen aller Art …

So, mehr sage ich nicht. Sonst denkt vielleicht doch jemand, mir geht es bei den Pilzen nur ums Geld. Deshalb noch mal klar und deutlich: mir geht es darum reich zu werden, wie schon die Überschrift deutlich macht. Und so wünsche ich auch allen Pilzfreunden:

REICHES GLÜCK !!!      Euer Pilzdiakon Matthias Krause   (Matti)

Gelesen 3051 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 22 August 2012 12:34

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