Freitag, 13 August 2010 11:08

Schwämme-Schwemme bei Wismar

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Schwämme - Schwemme bei Wismar, bald auch bei uns!!

- alle Fotos: Torsten Richter

- alle hier dargestellten Pilze: essbar

 

zwei Pilzfans, etwa 387 Körnchenröhrlinge und zwei Schirme

 

Wir haben es nicht mehr ausgehalten - Torsten und Matthias - trotz Regens mussten wir los, rauf auf die Autobahn, ab in den Norden, der in der letzten Zeit wesentlich mehr Niederschlag abbekommen hat als unsere Region. Nein, dieser trockene Sommer war bislang nichts für Pilzfreunde.

Die erste Zwischenstation, die Palinger Heide zwischen Selmsdorf und Schlutup, war für uns sehr interessant, aber auch hier hatte es offenbar erst seit heute morgen kräftig geregnet. So fanden wir nur, aber immerhin, ein paar herrliche Riesenschirmpilze - wie aus dem Bilderbuch. Aber die Ecke merken wir uns, da wackelt sicher bald die Heide - vor Pilzen!

 

noch ein Schirm:  der Riesenschirmpilz, Parasolpilz (Macrolepiota procera)

Wie im Märchenwald hingegen kamen wir uns dann zwischen Wismar und Neukloster vor:  man konnte kaum treten vor Körnchen-Röhrlingen (Schmerling; lat. Suillus granulosus). Ruck zuck waren unsere Behältnisse voll. Wir hätten auch mit Hänger fahren können oder mit dem ganzen Verein, mit der ganzen Stadt … Schwämme-Schwemme!!!

 

alle drei Bilder:  Körnchen-Röhrling, Schmerling  (Suillus granulatus)

 

                                                                              

 

Für den Schaukasten und für unsere Homepage entdeckten wir noch die echten Butterpilze und den Kupferroten Gelbfuß, ebenfalls zwei Arten, die in unseren Revieren nicht vorkommen.

 

                          

Kupferroter Gelbfuß  (Chroolgomphus rutilus)

 

 

 

Butterpilz  (Suillus luteus)

 

Es war schön. Trotz Regens. Oder wegen Regens. Regen bringt Segen. Sich regen bringt Segen. Diese beiden frommen Sätze dürfen nun das Schlusswort darstellen.

Pilzdiakon Matthias Krause, 12. August 2010

 

P.s.  So, ich gehe wieder auf die Terrasse, Pilze putzen, herrlich! Wer mag, kann noch auf "Weiterlesen" klicken.

 

 

Ich zeige doch noch ein paar Fotos. Schade, dass man das Panorama mit den vielen Körnchen-Röhrlingen nicht so gut einfangen kann. Ich habe noch nie so viele Speisepilze auf einmal gesehen - schon von Weitem sichtbar - wie im Rotkäppchenmärchen: man ist gerade am Abschneiden und schon entdeckt man eine noch viel lukrativere Stelle. Gruppen, Hexenringe, Bögen;  man überlegt schon, ob man sich wegen fünf Exemplaren bücken sollte oder doch lieber 5 m weiter geht, weil dort zwölf frische, knackige Pilze stehen.

 

 

diese Fotos hat ebenfalls Torsten gemacht, die nachfolgenden sind von mir

 

Ich liebe es nicht nur Pilze zu suchen oder wie hier einfach zu ernten, sondern auch sie zu putzen. Da hat man sie dicht vor Augen, sieht jede Kleinigkeit, fühlt und riecht die jeweilige Art recht genau kennen.

 

 

Diese Körnchen-Röhrlinge holte ich schon zwei Tage zuvor und lernte:  die Huthaut ist sehr schleimig und muss ab;  bei jungen Pilzen (Hutdurchmesser 2 - 6 cm) geht das ruck zuck, kleinere Fruchkörper sind unergiebig, größere lassen sich schwerer entschleimen und sind oft madig.

 

ein bisschen Blaubeer-Deko schadet nicht

 

Da sie unter Kiefern auf Moos oder Gras wuchsen, waren sie nicht sandig. Sämtlicher Unrat klebte eigentlich an der schleimigen Huthaut und wurde mit dieser zusammen entfernt; Waschen war dann überflüssig. Röhrlinge mit solch schleimiger Huthaut gehören zur Gattung Suillus, was aus dem Lateinischen übersetzt so viel wie "Schweinepilz" bedeutet. Gut, sie sehen aus wie feuchte Schweinenasen. Aber beim Putzen wird man selbst zum Schwein, jedenfalls die Finger.

 

So sahen meine Finger am nächsten Tag aus - und zwar nach Reinigunsversuchen mit Benzin, Essig und Linda neutral, jeweils mit Glitzi-Schwamm. Gut, dass mir keiner beim Orgeln auf die Finger schaut. Meine liebe Frau Angelika benutzte lieber Sanitäts-Gummihandschuhe, so, wie beim Putzen von Schwarzwurzeln. Für mich ist die Farbe eine liebe Erinnerung an dieses Rüsselpilz-Ereignis.

 

Hier noch ein Foto, einen Tag später.

 

 

Wird ja immer besser! Gut, dass ich nur paar Finger benutzt habe, sonst würde man mich für einen Mohren halten.

 

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Gelesen 7761 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 22 August 2012 12:34

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