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Dienstag, 25 Mai 2010 08:33

Richterlicher Kraus-Bericht vom Vatertag

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- eine pilzig-benebelte Rückschau auf Christi Himmelfahrt 2010 vom Pilzdiakon
Matthias Krause -

Am Himmelfahrtstag möchte man dem Himmel ein bisschen näher kommen. Das hat biblischen und historischen Hintergrund. Heute sagt man eher Vatertag oder Herrentag zu dem ehemals wichtigen kirchlichen Feiertag, von dem wir immerhin ja alle noch etwas haben - die ein bis zwei zusätzlichen freien Tage. Wer den religiösen Hintergrund dieser freudigen Sache genauer wissen möchte, der darf mich gerne kontaktieren. Wen das nicht so genau interessiert, weil er ja schließlich eine Pilz-Seite lesen möchte, dem sei gesagt, dass die Bayern an dieser Stelle auch immer so denken und sagen: Ja Mai!

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Was soll das - ins Norddeutsche übersetzt - wohl anderes bedeuten als dass man Mai-Pilze sammeln soll. Also beschlossen wir - Torsten & Katrin, Angelika und ich - am Himmelfahrtstag unter freiem Himmel zu sein. Unser Beuteziel waren also Pilze, die im Mai zu finden sind: alle Arten von Frühlings-Morcheln und eben die Mai-Ritterlinge = Maipilze. Wir entschieden uns aus Wettergründen für eine Autofahrt. Ziel waren Steilufer am Schweriner See. Dort dürften gute Wachstumsbedingungen für Wärme liebende Pilzarten sein.

„Wenn Engel reisen" - wir genossen nicht nur schönes Wetter -schon nach kurzer Zeit fanden wir schönste Speisemorcheln, auch einige Käppchenmorcheln und immer wieder am Wegesrand die so genannten Mairitterlinge. Himmlisch! Um der Fachlichkeit Willen sei angemerkt, dass es sich beim Maipilz keinesfalls um einen Ritterling (lat. Tricholoma) sondern eigentlich um einen Schönkopf (lat. Calocybe) handelt. Was aber auch wiederum Ansichtssache ist, denn ein Uraltsynonym des Maipilzes lautet Tricholma georgii! Egal, sie schmecken super und bereichen unsere Speisekarte schon im Frühjahr.

Und weiter ging es zu der nächsten viel versprechenden Uferstelle. Torsten und ich machten es uns auf dem Rücksitz gemütlich, heute fuhr meine liebe Frau. Schade nur, dass sie die zünftige Marschmusik-CD immer wieder zu leise stellte. Aber die Festtagslaune blieb erhalten: wieder reichlich Pilzfunde und in einer Pause frisches Pils vom Fass.
Abends beim Grillen gab es dann Morchelpfanne als Beilage. Und die Maipilze wurden am nächsten Tag geschlachtet. Das war nicht nur ein zünftiger Herrentag, sondern auch ein eben solcher Pilztag.

Und: ein Hoch auf unsere Frauen! Die nehmen wir nächstes Mal wieder mit.

Gelesen 3308 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 22 August 2012 12:34