Dienstag, 29 Dezember 2009 00:00

Matti`s Pilzrückschau 2009 der etwas anderen Art

geschrieben von
Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Dankbare Pilzrückschau 2009

Das Jahr hätte für mich nicht besser beginnen können. Gleich nach dem Neujahrsgottesdienst machten wir uns auf den Weg zur Insel Poel: Katrin und Torsten Richter, Angelika und ich. Gleich nach dem Aussteigen aus dem Auto die ersten Samtfußrübinge! {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=379|detail=5|displaydownload=0|float=left} Und dann bei der Wanderung entlang der Ostsee im selten mehr als 30 Meter breiten Bruchwaldstreifen immer wieder dieses Leuchten der Flammulina Velutipes, welch schöner Name für diesen zarten und schmackhaften Winterpilz - Samtfüßiges Flämmchen. Wer sammelt schon am Neujahrstag Pilze?! Doch die anderen Spaziergänger zeigten uns keineswegs einen Vogel. Sie zeigten sich eher erstaunt über unseren vollen Pilzkorb. Neben den z.T. riesengroßen Winter-Rüblingen fanden wir auch Judasohren, Austernpilze und Violettstielige Rötelritterlinge, ganz zu schweigen von weiteren mehr als 20 Nicht-Speisepilzen.

{phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=383|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=378|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=377|detail=5|displaydownload=0|float=left}

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Torsten Richter

Neben den leckeren Mahlzeiten konnten wir auch jede Menge Pilzchen einfrieren.  Der Rest wurde getrocknet. Auch die Stiele, welche wegen Zähigkeit nicht gegessen werden, trockneten wir in unserer Pilz-Dörre und mahlten sie anschließend zu Pilzpulver.

{phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=309|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=310|detail=5|displaydownload=0|float=left}

 
Schwarzes Pilzpulver von den im Herbst 2007 massenhaft gefundenen Herbsttrompeten
hatten wir zum Glück noch, und auch ein paar dekorative Flaschen. Der Herrgott ließ
mich in Stressdorf schöne Trameten erblicken: Nördliche Zinnobertrameten und Gestriegelte Trameten, auch Sofapilze genannt, wegen der wuschligen Hutüberfläche. Daraus wurde dann ein schönes Pilzmännchen als Geburtstagsgeschenk für unseren lieben Pastor in der zweiten Januar-Woche.

{phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=315|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=318|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=322|detail=5|displaydownload=0|float=left}

 

Auch die nächsten Januartage bescherten uns immer wieder Winterpilze und Austernseitlige. Dann aber hieß es monatelang warten. Keine Spur von Morcheln oder Lorcheln, lediglich ein paar Voreilende Ackerlinge. Die Frau unseres Pastors fand einige Flatschmorcheln auf dem Gelände des Wedendorfer Schlossparks, mein Nachsuchen brachte leider null Punkte.
{phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=325|detail=5|displaydownload=0|float=left}Ab Anfang Juni suchte ich alle zwei bis drei Tage meine Hexenpilzstrecke in Rehna ab.  Im Juli wurde ich dann mit etlichen Kilos der Netzstieligen belohnt, so, dass ich Mühe mit dem Verschenken hatte. Mir ist übrigens immer noch kein Mensch persönlich bekannt, der mit diesem Pilz (Boletus luridus) in Verbindung mit Alkohol Probleme hat.

 

 

 

Anfang August - das trockene Wetter und die damit verbundene Pilzarmut gingen mir schon auf den Wecker - ging es dann für ein paar Tage ab in den Urlaub nach Rügen. Meine
kleine Hoffnung wurde groß belohnt: gleich am zweiten Tag zwei große Satansröhrlinge!
{phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=334|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=333|detail=5|displaydownload=0|float=left}
Sie standen am berühmten Kreidefelsen, ziemlich nah am langen Abstieg. Leider ist es
gut bewachtes Naturschutzgebiet dort; es ist verboten die Wege zu verlassen oder gar etwas
abzupflücken. So konnte ich nur aus einigem Abstand ein paar mittelprächtige Fotos machen und kann mangels fehlendem Geruchstestes natürlich auch nicht mit Sicherheit behaupten, dass es wirklich Boletus Satanas war. Jedenfalls soll er dort vorkommen; und falls es etwas anderes war, dann auf jeden Fall auch eine Seltenheit.
{phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=332|detail=5|displaydownload=0|float=left}

Ansonsten auch auf Rügen Ebbe; nennenswert nur zwei Agaricus augustus und zu Lautsprechern mutierte Zunderschwämme - ja, die Wunderwelt der Pilze!

Anfang September, nach einem arbeitsreichen Wochenende, beschloss ich eines Montags in der Früh, erst mal Stunden abzubummeln, im Wald natürlich. Da kam mir wegen der anhaltenden Trockenheit das Roggendorfer Moor in den Sinn. Ich kannte es bislang pilzmäßig kaum, aber Moor dürfte wohl Feuchtigkeit und damit evt. Pilzglück bedeuten. In den vergangenen frischpilzarmen Monaten - von Ende Januar bis Anfang September gab es von Boletus luridus abgesehen nichts auf den Teller; neuer Negativrekord! Ich hatte mich mit der neue Homepage des Steinpilzes Wismar bei Laune gehalten, welche - natürlich ebenfalls in depressiver Stimmung, aber immerhin fachgerecht und unterhaltsam - mit guten Beiträgen und Fotos über die Pilzlage genau in unserer Region fast täglich aktuell berichtete. Kurz vor meiner Abfahrt ins Moor also noch fix einen Blick auf diese Homepage geworfen. Doch welch Schreck: Reinhold Krakow berichtete, dass er mit einer hungrigen Pilzmeute gerade Tags zuvor im Roggendorfer Moor war und viele Pilze gefunden hat. Dass dieser so nette und pilzkultige Mensch sogar in diesen, sogar für mich entlegenen Gebieten fischt, hat mich schon erstaunt. Alles abgefischt, dachte ich. Aber schon als Kind hatte ich mir so manche Mark auch beim Nachsammeln verdient, da ging es meist um Kartoffeln. Immerhin sollen dort Pilze sein, wenigstens welche gewesen. Mit zwiespältigen Gefühlen fuhr ich also hin.
{phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=341|detail=5|displaydownload=0|float=left}Große Belohnung: reichlich Birkenpilze, die normalen, die sich im Stiel verfärbenden und die weißen. Dazu muss ich sagen, damit man meine Freude recht nachempfinden kann, dass ich
noch nie zuvor auch nur einen Birkenpilz gefunden habe. Ich bin erst wenige Jahre ein Pilz-Heini! Und nun alle drei Arten! Auch den recht seltenen Weißen!

 

 

 

 

 

{phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=349|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=348|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=350|detail=5|displaydownload=0|float=left}

 

 

Nun ja, geschmeckt hat mir das reine Birkenpilzgericht nicht so sehr, es war etwas penetrant süßlich. Aber da kann ich gleich auf mein nächstes Pilzglück 2009 zu sprechen kommen,    auf Nina, die mir eine liebe Pilzschülerin und Freundin geworden ist. Sie, eine begnadete Abenteuerin, hat mir erklärt, dass man in solchem Falle die Pilze mit ihren eigenen Waffen schlagen kann: kräftig mit Speck und vor allem mit Rosinen zubereiten!
Mir haben mit dieser Methode dann auch im Oktober die Violetten Rötelritterlinge gut geschmeckt, ich habe sie der normalen Pilzpfanne zuweilen vorgezogen.
Da Nina eine Waldkindergärtnerin und somit inkarnierte Pilzfee ist, die gerade Lunte gerochen hatte, musst ich behutsam und erfolgreich sein, wenn ich sie das erste Mal
in den Wald entführte. Ein paar Birkenpilze und den großen Hallimasch-Stubben hatte ich deshalb extra stehen lassen. Aber der Herrgott beschenkte uns noch reichlicher als erhofft. Seitdem ist auch diese liebe Nina durchpilzt und hat fortan ohn’ Unterlass die tollsten Pilzfunde gemacht, fröhlich Pilze geschlemmert und sogar unsere Pilzausstellung im Oktober Sagen-Fee-haft bereichert!
{phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=335|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=339|detail=5|displaydownload=0|float=left}
Das Wetter blieb knochentrocken. In den normalen Wäldern fand sich kaum ein Pilz.  Unser großes Kreiserntedankfest in Rehna mit der angekündigten grandiosen Pilzausstellung rückte immer näher. Kein Regen, Tag um Tag verging. Am Sonnabend würde das große Spektakel losgehen. Endlich, am Montag gab es Regen. Konnte das reichen?
Es hat gereicht! Fast 300 Arten brachten wir zusammen. Wieder holte ich, dieses Mal mit Roland Lebendig, wertvolle Pilzfracht aus dem Roggendorfer Moor. Zwei Vormittage
verbrachte ich mit Torsten (Torstiger Richterling) und Schülern in den Wäldern unserer
Region, Tag und Nacht waren wir alle wachsam und ich fand manche Rarität, so meinen ersten Glattstieliegen Hexenröhrling. Vorfreudig erblickte ich in Nesow  von der Straße aus immer wieder den reservierten Schwefelporling. Bei und mit Nina fanden wir schöne Flämmlinge, sogar die ersten {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=385|detail=5|displaydownload=0|float=left} Samtfüßchen - mitten im Sommer! - und so schöne Exemplare des Kupferroten Lackporlings, wie man sie in keinem Pilzbuch oder Internet findet:  in Deutschland ganz selten zu findende, wunderschöne, ganz große, eher in Spanien vorkommende Holzpilze, von Ninas Mann, dem Kai, mit viel Fleiß und Achtsamkeit mit der Kettensäge aus dem Buchenstamm herausgezauberte Wunderschirme!

Das war ein spannendes Wochenende für mich!  Beim Kreiserntedankfest hatte ich schließlich auch allerhand zu tun, so mit dem Posaunenchor bei Festumzug und mit dem Kirchen- und dem Gospelchor nachmittags im Festzelt. Endlich mal konnte ich auch mal in einen Familiengottesdienst das Thema Pilze ganz groß einfließen lassen. Ich war Professor Tiefblick, zeigte den Kirchbesuchern schöne Pilzfotos, auch mikroskopische, und machte deutlich, dass Dankbarkeit ein noch besseres Hilfsmittel ist in die Tiefe des Lebens schauen zu können als Brille, Lupe und Mikroskop. Hier noch ein weiterer Top-Fund: der Wulstige Lackporling.
{phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=345|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=347|detail=5|displaydownload=0|float=left}
Ende September hatte ich Geburtstag. Das war Gelegenheit für mich einen auszugeben.
Der Kirchenchor bekam gemischte Waldpilzpfanne. Der Gospelchor bekam eine
besondere Rarität: eine reine Kuhmaul-Pfanne. Das Kuhmaul, auch Großer Gelbfuß
oder Großer Schmierling genannt, ist ein in unserer Gegend wohl recht selten vorkommender Pilz, der lieber in den Bergen zu Hause ist. Als ich innerhalb einer dreiviertel Stunde
einen ganzen halben großen Korb davon in einem Jungfichtenbestand im Lankower Forst zum Teil kriechend einsammeln durfte, scheute ich mich hernach nicht, immerhin drei Stunden lang die Schleim-Dinger zu säubern und eben zu entschleimen. So etwas kommt im Leben eines normalen Nordpilzdeutschen vielleicht nur einmal vor. Leider versäumte ich es Fotos zu machen. Hier zwei Bilder aus dem Kosmos-Pilzatlas.
{phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=375|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=374|detail=5|displaydownload=0|float=left}
                                                     
Wie ein anderes Pilzbuch prophezeite, wurden die Pilzstücken in der Pfanne schwarz wie Lakritz, siehe Foto. Dem entsprechend dunkle Skepsis gab es dann auch bei den Gospel-choris. Die Überraschung ob dieses wunderbar milden Gaumenschmauses kann man sich nur vorstellen, wenn man sich auszumalen vermag, wie es einem Urmenschen ginge, der zum
ersten Male pechschwarze, aber süßholzige, edle Lakritzkätzchen kostete.
Das zweite Schwarzbild gelang mir mit kleinen, weichen, in Butter gebratenen Streifchen
des Riesenporlings. Es ist eigentlich ein Geheimnis und es ist selten erlebt worden, dass
dieser Pilz bei Beachtung bestimmter Dinge eine Delikatesse darstellt. Endlich nun gehören auch wir, Pilzdiakon Matti samt Pilzsuperköchin Angelimykola, zu den auserwählten Eingeweihten. Dieser Fund war eine Spende vom Friedhofs-Mario, der glücklicher Weise nur Steinpilze und Ähnliches isst; es war ein starker Trost im sonst pilzleeren Frühsommer neben ein paar Heinbuchenröhrlingen und anderen Ausnahmen.
Weil in jener Zeit eigentlich keine Pilze wuchsen und jedermann aus Verzweiflung nur
mit Grillen beschäftigt war, dachte ich beim Blick in die Riesenporlingspfanne auch sofort an eine Fata Morgana. Es sah wirklich(!) aus wie Holzkohle in Bratpfanne.
{phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=372|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=373|detail=5|displaydownload=0|float=left}
Nach diesen wundersamen Ereignissen gelang es mich doch noch, die mir Liebste aller Frauen (Krause Glucke) zu überreden, mit mir allein in den Wald zu gehen. Es war wieder einmal sehr erotisch: Wir bogen unermüdlich Schwefelköpfe nach unten, denn die Chansen auf den wunderherbstlich wohlschmeckleckrigen Rauchblättrigen Schwefelkopf zu stoßen, stiegen von Minute zu Minute. Nach gut einer Stunde hatten wir eine normale Familienmahlzeit zusammen, an unserem Auto fanden wir zudem einige Wald-Champignons (Agaricus silvaticus), die der Herr oder resignierte Sammler uns dort hinterlegt hatten.
Der Knaller war jedoch der in letzter Minute am Fuße einer alten Eiche entdeckte Klapper-
Schwamm. Ich habe von Natur aus eine natürliche Faulheit in mir, dir mir eigentlich davon
abriet, diesen großen Pilzklumpen mitzuschleppen, dachte ich doch zunächst an einen
gewöhnlichen Riesenporling im Jugendstadium. Aber irgend etwas in mir ahnte …
So beschloss ich dieses fotogene Ding unserem Pilzvereinsvorsitzenden vorzustellen. Zunächst traf ich nur Torstens Frau an (Kleiner Schopf-Richterling). Eigentlich war ich froh, dass sie alleine zu Hause war. Denn erstens bekommt man sie selten allein zu Gesicht, zweitens gehört auch sie zu meinen Lieblingswaldfeen, und drittens ist sie sicherlich die pilzkompetenteste Frau in Rehna. Katrin tippte bei meinem Fund sogleich auf den Klapperschwamm. Ich war so stolz! Endlich - ich - den seltenen Klapperschwamm gefunden !!!  Später sagte man mir, dass es ein Klapperschwamm-Jahr war. Allein innerhalb unseres Pilzvereins wurden mindestens drei Klapperschwämme gefunden. Wie auch immer, für mich war es ein ganz besonderer Fund; leider oder zum Glück nicht gegessen, bin auch so wohl genährt.
{phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=351|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=353|detail=5|displaydownload=0|float=left}
Ende Oktober ging’s ab in den Kurzurlaub nach Oschersleben. Dort erwartete Schwägerin Hannelore uns mit der bangen Vorahnung, dass wir ihre Küche wieder dauerhaft in Pilzduft tauchen würden. So geschah es dann auch. Aber auch der Vorharz bot in diesem Oktober nichts besonderes außer den bei uns seltenen riesigen Rosascheckigen Milchlingen (Lactarius controversus), dort reichlich vorhanden in einem reinen Pappelwald, leider ungenießbar scharf. Diese stolzen Exemplare hätte ich wirklich fotografieren sollen, da ich in keinem Buch solch schöne Exemplare finde und von daher hier auf ein Buch-Foto verzichte. Auf unserer Rückfahrt schauten wir fix noch mal in das Wäldchen bei Vietlübbe,
wo ich schon eine Woche zuvor innerhalb einer halben Stunde einen ganzen Korb voll
Rauchblättriger Schwefelköpfe gefunden und damit unter anderem die Frisöse meiner Frau beglückt hatte. Das hatte mir übrigens ganz schönen Oberschenkel-Schmerzen eingebracht
(Muskelkater vom ständigen Bücken, nicht direkte Verletzung von der Frisöse!).
 Tatsächlich, da standen noch reichlich Pilzchen in allen Wachstumsstadien herum nebst einigen essbaren Riesenschirmlingen, welche ich allerdings nicht exakt bestimmen konnte. Wieder füllte sich unser Korb. In meinem vorherigen Leben fand ich diese Art nur recht selten und in kleinen Mengen. Welch Ernte in diesem Jahr! Die größten Exemplare hatten gut und gerne 12 cm Hutdurchmesser und waren in ihrer Qualität nicht schlechter als die kleinen Geschwister. In Rehna fiel mir Tags drauf Torsten weinend in die Arme:
am Sonntag ist große Pilzwanderung mit Fernsehteam; es gäbe viele hungrige Mägen und
Kameras zu befriedigen. Doch die Wälder sind leer! Wenn ich am Sonntag auch nicht mit
dabei sein könnte, so hatte ich schließlich den Tipp mit Vietlübbe in der Tasche. Das Ergebnis ließ sich dann bald in den Pilzkörben, in Richters Küche und bei N 3 besichtigen.
 {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=357|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=359|detail=5|displaydownload=0|float=left}
Damit geht mein Pilzjahresbericht langsam zu Ende. Das vierte Jahr in Folge durfte ich
von einem Nachbargrundstück im Milchsteig Büschelige Raslinge ernten. Endlich
gelangen mir von dieser Art gute Fotos. Diese Jahr-Verabschiedungsart (15. Nov.)
schätze ich sehr: festfleischig, unverwechselbar, wohlschmeckend, sauber zu ernten.
Auch Unverträglichkeiten sind nicht bekannt, so, dass ich wieder einmal auch meine liebe
Kollegin und Pilzfreundin Kerstin damit füttern konnte.
{phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=365|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=364|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=362|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=367|detail=5|displaydownload=0|float=left}
Dann kam eine regenreiche graue Novemberperiode. Das ganze Wasser, welches uns eigentlich das ganze Jahr gefehlt hatte, kam nun auf einmal. An Pilze-Sammeln war
kaum zu denken, war ich doch auch zwei Wochen wegen einer Fuß-OP lahmgelegt.
Irgendwann konnte ich wieder etwas gehen und auch an der Kreissäge stehen.
Wenn auch keine Pilze, so schenkte der Herr mir immerhin Stecknadeln für meine liebe
Frau. Aber ich hab sie stehen lassen, wir haben genug Nadeln. Torsten fantasierte etwas
von Schleimpilzen. Aber Typen wie er neigen auch mal zu Halluzinationen und ähnlichem,
wenn es mal eine Zeit lang keine Pilze gibt. Das kenne ich inzwischen auch.
{phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=370|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=369|detail=5|displaydownload=0|float=left} {phocagallery view=category|categoryid=11|imageid=371|detail=5|displaydownload=0|float=left}
Kaum läufig, humpelte ich wieder durch den Wald, mit Sandalen und Aluleiter, denn
ich hatte die ersten Samtfüßchen gewittert. Nach erfolgreicher Pirsch wiederholte ich
die Aktion Anfang Dezember, dieses Mal mit Pilzfee Nina, mit festem Schuhwerk und mit neuer Erntemethode: mittels eines Maler-Teleskopstieles, an welchen ich einen scharf
geschliffenen Spachtel befestigt hatte, konnte ich Winterpilze und Austernseitlinge bis in
einer Höhe von etwa 4,50 m ernten.

Das Pilzjahr 2009 war trocken und mager, sagt man. Da ist schon etwas dran. Und doch
war es reich und schön und wertvoll. Ich kam kaum zum Mikroskopieren und hatte
manchmal alle Mühe mit dem Verteilen der Ernte. Wie schon die Überschrift sagt
bin ich sehr dankbar für dieses Jahr und natürlich neugierig auf das nächste.

- Die unbezeichneten Fotos habe ich gemacht. Mein guter Vorsatz: keine gute
  Fotogelegenheit auslassen! -

Ich wünsche uns ein gesegnetes und pilzfreudiges Jahr 2010!   Euer Pilzdiakon Matti.

Gelesen 2290 mal Letzte Änderung am Freitag, 09 Januar 2015 13:42

Schreibe einen Kommentar

Bitte achten Sie darauf, alle Felder mit einem Stern (*) auszufüllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.

No Calendar Events Found or Calendar not set to Public.

Giftnotruf: 0361 730 730

meist gelesen!

  • Tage der Pilze vom 26. - 28.09 2003 +

    Testen Sie Ihr Pilzwissen und gewinnen Sie!Nachdem im Jahre 2002 die Tage der Pilze nicht stattfanden, steht der Termin für weiterlesen
  • Blick für heimische Pilze schärfen +

    Pilzverein gründet sich Freitag um 19 Uhr / Organisierte WanderungenFoto: Volker JödickeMorchelwanderung 2002Herbsttrompete, Rauchblättriger Schwefelkopf, Papageiensaftling... - Pilzkennern und Feinschmeckern dürften Gaumenfreuden weiterlesen
  • Am 21. März ist der Tag des Waldes +

    Am 21. März ist der "Tag des Waldes". Mecklenburg-Vorpommern hat insgesamt eine Waldfläche von 504.000 Hektar. "Das Land setzt sich weiterlesen
  • Gründung des Pilzvereines war erfolgreich +

    18 Pilzfreunde nahmen an der Gründungsveranstaltung teilGeschafft, der erste freie Pilzverein in Mecklenburg- Vorpommern ist gegründet. Im Beisein von Prof. weiterlesen
  • Startschuss mit Herbsttrompete +

    Pilzverein Rehna wurde aus der Taufe gehoben "Wir wollen nicht tagen, sondern durch die Wälder streifen", formuliert Jörg Müller, Vorstandsmitglied weiterlesen
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Login