Rehna - Die 6. Rehnaer Pilztage sind im Kreuzgang des ehemaligen Klosters eröffnet.

Und Fachleute wie Laien staunen über die Pilzvielfalt. An die zweihundert verschiedene Arten vom dicken großen Steinpilz oder kindskopfgroßen Bovist bis zu kleinen Schwindlingsarten sind dort zu sehen.

Eine Vielfalt, die nur durch den Fleiß vieler Rehnaer Pilzliebhaber zustande gekommen ist. Denn prinzipiell ist die Pilzlage in den Wäldern durch die anhaltende Trockenheit recht schlecht. Am Donnerstag und Freitag waren die Biokurse der 8. und 9. Klasse der Rehnaer Regionalen Schule ausgeströmt, um sich auf die Suche zu machen. Auch der Kindergarten brachte mit 42 kleinen Steppkes mehrere Körbe voll Pilze vorbei. Die Pilzvereinsmitglieder selber machten alle Wälder im zehn-Kilometer- Radius um Rehna herum unsicher. Stippvisiten reichten auch bis nach Friedrichsthal, den Neumühler See oder das Neuendorfer Moor. "Ein Champignon ist von unserem Pilzsachverständigen Dr. Jürgen Schwik aus Warnemünde mitgebracht worden", erzählt Pilzvereinsvorsitzender Torsten Richter schmunzelnd. "Jetzt sind die Wälder wohl leer", vermutet Vereinsmitglied Volker Jödicke.

Dem Besucher bietet sich ein umfangreiches regionales Bild, wie er es so kompakt bei einem Waldspaziergang momentan garantiert nicht wiederfindet. So verweist Richter auf den sehr seltenen Porphyrröhrling oder den Pilz des Jahres 2006 - den Ästigen Stachelbart.

Mit einer Pilz-Dia-Vorführung wusste der Wismarer Pilzexperte Reinhold Krakow am Freitagabend sein pilzinteressiertes Publikum zu fesseln. Heute Nachmittag führt er um 15 Uhr durch die Ausstellung. Sonntagvormittag um 10Uhr treffen sich alle Pilzwanderer zu einer organisierten Wanderung, die jedem Interessierten offen steht. Am Sonntag ist auch ein Fernsehteam des Regionalsenders N3 vor Ort, um für das Magazin "DAS" die Rehnaer Pilzausstellung und ihre vielen Väter zu filmen. "Ein ganz großes und herzliches Dankeschön an alle", sagte Richter schon Freitagnachmittag beim Bestimmen und Sortieren der vielen Prachtexemplare.

aus LN vom 22.10.2005

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