Rehna - Eine prachtvolle Schau von Pilzen aus der Region hatte es am kommenden Wochenende in Rehna werden sollen.

Doch jetzt kommt die Absage. Nicht aus freien Stücken, sondern dem sonnigen Wetter der vergangenen Wochen geschuldet. Auf den trockenen Waldböden mögen sich weder Röhren- noch Lamellenpilze zeigen. Kurz: der Ausstellung mangelt es an Schaustücken.

Alle Mühen, alle Vorbereitungen waren vergeblich. Die jährliche Pilzausstellung in Rehna, die der Pilzverein "Heinrich Sternberg" für das kommende Wochenende angekündigt hatte, muss verschoben werden. "Wir haben am Wochenende mit mehreren Vorstandsmitgliedern eine Testsammlung durchgeführt, doch außer ein paar dauerhaften Holz- und Rindenpilzarten fanden wir nichts", bedauert der Vereinsvorsitzende Torsten Richter.

Sowohl in den Cramoner Buchenhängen, im Brümmersal, im Woitendorfer und im Botelsdorfer Wald machten sich die Sammler voller Elan auf die Suche. Doch nach ihrer Rückkehr fielen Worte wie "Depri-Tour" und "Horror-Trip". Keinen einzigen Speisepilz hatten sie gesichtet.

"Auch auf Anraten unserer Pilzsachverständigen haben wir daraufhin im Vorstand die Entscheidung getroffen, die Ausstellung zu verschieben", informierte Richter. "So eine Ausstellung, wie wir sie jetzt zustande kriegen würden, können wir unseren Pilzfreunden einfach nicht zumuten." Schuld an der Misere ist das herrlich sonnige Wetter der vergangenen Wochen. Der Waldboden ist trocken, die Pilzsammler sind am und die Pilze derzeit im Boden.

"Für eine Pilztagung wär das hier große Klasse", meint Pilzprofi Richter und hält einen Ast mit einem grau-schimmeligen Belag in die Höhe. "Peniophora lycii - ein Rindenpilz", erklärt er. Doch Otto-Normalpilzsammler kann damit herzlich wenig anfangen. Für die von ihm bevorzugten Sammelobjekte wie Champignon, Hallimasch und Co. fehlt jedoch die Feuchtigkeit.

Zwar sorgte der Regen am Montag für Schadensbegrenzung - die Zeit für ein wirklich üppiges Pilzwachstum bis zum Wochenende wäre aber einfach zu kurz, und auch die Temperaturen lassen derzeit zu wünschen übrig. "Wir geben den Pilzen jetzt bis Ende Oktober noch Zeit, um zu wachsen. Die bereits getroffenen Vorbereitungen sind ja nicht umsonst", versichert Richter. Dazu gehören 400 beschriftete Kärtchen, die die Mädchen des Bio-Kurses der 9. Klassen gefertigt und nach lateinischem Namen einsortiert haben.

Auch die neuen hölzernen Hinweisschilder auf die Pilzausstellung stehen bereit. Die Idee kam von Vereinsmitglied und Ehefrau Katrin Richter. Nach ihrem Entwurf wurde der hölzerne Hinweispilz in vierfacher Ausführung vom Vereinsmitglied Artur Nickel in Handarbeit angefertigt. Doch ihren Sinn erfüllen die Aufsteller auch zu einem späteren Termin.

"Vom 21. bis 23. Oktober wollen wir einen zweiten Versuch für die 6. Rehnaer Pilztage wagen", erklärt Torsten Richter. Am Programm wird inklusive Pilz-Dia-Schau und öffentlicher Wanderung prinzipiell nichts verändert. Der genaue Ablauf wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Zuvor wird an vielversprechenden Stellen aber nochmals gesucht. Vereinsintern sind alle Mitglieder aufgerufen, sich an der zweiten Test-Pilzwanderung am Sonnabend, 8. Oktober, zu beteiligen.

Wer sich anschauen will, welche Pilze sich in der ersten Oktoberwoche aus dem Boden trauten, kann die Pilzausstellung im Wismarer "Steinpilz" in der ABC-Straße besuchen. Am Wochenende vom 7. bis zum 9. Oktober präsentiert Pilzberater Reinhold Krakow dort die Pilzvielfalt aus der Wismarer Region. Die eigene Pilzausbeute darf an diesen Tagen gern mitgebracht werden. Denn mit der Ausstellung sind ganztägige Pilzberatungen verbunden und Krakow wird die privaten Fundstücke bestimmen.

Von Iris Weiss, LN
aus Lübecker Nachrichten vom 28.09.2005

Link:   http://www.luebecker-nachrichten.de

 

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