Rehnaer Pilzverein präsentierte 230 heimische Arten bei den vierten Tagen der Pilze

"Ein Lichtblick in einem ansonsten düsteren Pilzjahr", so fasste Pilzexperte Professor Doktor Jürgen Schwik die Pilzfülle bei den vierten Rehnaer Pilztagen insbesondere bei der Wanderung im Rehnaer Staatsforst zusammen. Gut 230 verschiedene Arten trugen Vereinsmitglieder und große und kleine Pilzsammler rund um ihre Heimatstadt für eine aussagekräftige Ausstellung zusammen.

So landete z.B. die Krause Glucke von Erna Bockhold nicht in der Pfanne, sondern wurde zur Ausstellung in den Kapitelsaal gebracht. Vorstandsmitglied Jörg Müller steuerte eine besondere Rarität aus Cramonshagen bei: den rosahütigen Röhrling, ein Steinpilz, der auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Auch sechzig Kinder vom Kindergarten und die Schüler des Biologiekurses der Käthe-Kollwitz-Schule machten die Benziner Tannen und den Rehnaer Staatsforst unsicher und krempelten jedes Laubblatt um. Heraus kam eine farbenprächtige und lehrreiche Ausstellung, die von Freitagabend bis Sonntagnachmittag für einen geringen Unkostenbeitrag zum Besichtigen, Vergleichen und Fachsimpeln einlud.

Rund vierzig Interessierte folgten am Freitagabend dem Diavortrag von Torsten Richter, dem Vorsitzenden des Rehnaer Pilzvereins. Zum Thema "Pilze rund um Rehna", entpuppten sich unter der fachkundigen Führung verkohlte Birken, verschimmelte Äste und bekleckerte Häufchen als zum Teil seltene und gefährdete pilzliche Funde. Das anschließende Pilzquiz absolvierten nur die drei Schüler Nadja Jödicke, Désireé Liesche und Alexander Glomb aus dem Biologiekurs fehlerfrei. Ein Pilzbuch war ihr Lohn.

Aus der Theorie in die Praxis wollten am Sonnabendvormittag dreißig fleißige Pilzsammler. "Man ist alleine ja oft sehr unsicher", erklärt die Gadebuscherin Ingeborg Seemann ihre Motivation. Und trotz der anfänglich düsteren Prognosen wegen Hitze und Trockenheit brachten alle eine vollständige Pilzmahlzeit zusammen. In den Feuchtgebieten des Rehnaer Staatsforstes wimmelte es an manchen Stubben geradezu vor Stockschwämmchen, Hallimasch oder Rauchblättrigen Schwefelköpfen. Alles ausgezeichnete Speisepilze und auch einige Steinpilze, Rotfüßchen und Maronen wanderten in den Korb.

Pilzexperten wie Professor Jürgen Schwik, Irena Dombrowa und Reinhold Krakow, beide Pilzberater in Brühl und Wismar sowie die ehemalige Landespilzsachverständige Brigitte Schurig unterstützten die Rehnaer Pilzfreunde vor Ort. "Wir haben viele schöne Gespräche führen können", freute sich Torsten Richter über die Resonanz.

von Iris Weiß
aus SVZ vom 29.09.03
Link:   http://www.svz.de/newsmv/lr/gad/index.html
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