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Mittwoch, 08 Oktober 2003 23:00

Pilzexperte machte Hobby zum Beruf

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Reinhold Krakow am Sonnabend als Berater dabei

Wismar Am Sonnabend lädt die Volkshochschule Gadebusch wieder alle Pilzfreunde zu einer Wanderung im Woitendorfer Wald ein. Als fachkundiger Führer ist der Wismarer Reinhold Krakow dabei, seit kurzem Deutschlands einziger Pilzberater auf privater Basis.

"Die Ästhetik, die Formenvielfalt und die unzähligen Farbschattierungen haben mich schon von Klein auf fasziniert. Viele Arten sind noch unentdeckt, schmecken hervorragend, sind giftig oder Medikament", zählt Reinhold Krakow einige Aspekte der Pilzkunde oder Mykologie auf. Ein Fachgebiet, in dem er sich hervorragend auskennt, auch Dank der ehemaligen Wismarer Pilzberaterin Annalotte Heinrich, die ihn schon als Junge unter ihre Fittiche und mit in den Wald nahm. Eine Vorbildfigur, die die Pilzberatung in der Hansestadt prägte und Reinhold Krakow gleich mit. "Mein Lehrstück als Konditorlehrling war eine Pilztorte, das heißt eine Buttercremetorte mit einem Fliegenpilz als Motiv", schmunzelt Krakow in Erinnerung daran.

13 Jahre arbeitete er als Konditor, Ofenführer und Schichtleiter im Backwarenbetrieb Wismar im Dreischichtsystem. Die anschließende Pilzberatung in der Lübschen Straße war dann eine ständige vierte Sonderschicht.

Nach der Wende wurde der Backwarenbetrieb geschlossen. "Ich wurde arbeitslos und habe mich voll in die Pilzberatung reingekniet", erzählt er. AB-Maßnahmen wechselten mit arbeitslosen Phasen ab, bis sich die Stadt Wismar im Herbst 1999 den ersten teilzeitangestellten Pilzberater leistete. Denn die Pilzberatung in der Hansestadt hatte sich zu einem Markenzeichen entwickelt, das über die Grenzen hinaus viel Anerkennung fand.

"Doch das unbewohnte Haus in der Lübschen Straße, in der die Pilzberatung untergebracht war, brach mir quasi überm Kopf zusammen. Durch die marode Elektroleitung kam es zu einem Brand, Vandalen zerstörten Türen, stahlen den selbst gekauften Computer - Bedingungen, unter denen ich nicht weiter arbeiten wollte", erklärt der Pilzprofi seine Motivation, als ICH-AG den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Seit vier Wochen lädt "Der Steinpilz" in der ABC-Straße, gleich neben der Nikolaikirche zur Beratung ein. Eine ständige Frischpilzausstellung mit über einhundert Arten der Saison geben für einen Euro Eintritt einen eindrucksvollen Überblick. Auch die Beratung kostet von nun an Geld - zwei bis fünf Euro je nach Aufwand.

Doch bei der Wanderung am Sonnabend bleibt alles wie bisher, außer der Anmeldegebühr zahlen die Teilnehmer, die sich um 9 Uhr an der Kreuzung Dechow-Demern-Carlow treffen, nichts.

von Iris Weiß
aus SVZ vom 9.10.03
Link:   http://www.svz.de/newsmv/lr/gad/index.html
Dienstag, 07 Oktober 2003 23:00

Pilzwanderung am Sonntag

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Sonntag, 12. Oktober 2003
Treffpunkt: 9.15 Uhr vor dem Langen Haus in Rehna

Für alle Interessenten der heimischen Pilzwelt bietet der Rehnaer Pilzverein eine Pilzwanderung am kommenden Sonntag an.
Treffpunkt ist das Lange Haus in Rehna. Für Mitglieder des Pilzvereines ist die Wanderung kostenlos. Nichtmitglieder werden um eine "Spende" von zwei Euro gebeten. Bei strömenden Regen fällt die Wanderung aus.

Sonntag, 28 September 2003 23:00

Vergängliche Pracht im Kapitelsaal

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Rehnaer Pilzverein präsentierte 230 heimische Arten bei den vierten Tagen der Pilze

"Ein Lichtblick in einem ansonsten düsteren Pilzjahr", so fasste Pilzexperte Professor Doktor Jürgen Schwik die Pilzfülle bei den vierten Rehnaer Pilztagen insbesondere bei der Wanderung im Rehnaer Staatsforst zusammen. Gut 230 verschiedene Arten trugen Vereinsmitglieder und große und kleine Pilzsammler rund um ihre Heimatstadt für eine aussagekräftige Ausstellung zusammen.

So landete z.B. die Krause Glucke von Erna Bockhold nicht in der Pfanne, sondern wurde zur Ausstellung in den Kapitelsaal gebracht. Vorstandsmitglied Jörg Müller steuerte eine besondere Rarität aus Cramonshagen bei: den rosahütigen Röhrling, ein Steinpilz, der auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Auch sechzig Kinder vom Kindergarten und die Schüler des Biologiekurses der Käthe-Kollwitz-Schule machten die Benziner Tannen und den Rehnaer Staatsforst unsicher und krempelten jedes Laubblatt um. Heraus kam eine farbenprächtige und lehrreiche Ausstellung, die von Freitagabend bis Sonntagnachmittag für einen geringen Unkostenbeitrag zum Besichtigen, Vergleichen und Fachsimpeln einlud.

Rund vierzig Interessierte folgten am Freitagabend dem Diavortrag von Torsten Richter, dem Vorsitzenden des Rehnaer Pilzvereins. Zum Thema "Pilze rund um Rehna", entpuppten sich unter der fachkundigen Führung verkohlte Birken, verschimmelte Äste und bekleckerte Häufchen als zum Teil seltene und gefährdete pilzliche Funde. Das anschließende Pilzquiz absolvierten nur die drei Schüler Nadja Jödicke, Désireé Liesche und Alexander Glomb aus dem Biologiekurs fehlerfrei. Ein Pilzbuch war ihr Lohn.

Aus der Theorie in die Praxis wollten am Sonnabendvormittag dreißig fleißige Pilzsammler. "Man ist alleine ja oft sehr unsicher", erklärt die Gadebuscherin Ingeborg Seemann ihre Motivation. Und trotz der anfänglich düsteren Prognosen wegen Hitze und Trockenheit brachten alle eine vollständige Pilzmahlzeit zusammen. In den Feuchtgebieten des Rehnaer Staatsforstes wimmelte es an manchen Stubben geradezu vor Stockschwämmchen, Hallimasch oder Rauchblättrigen Schwefelköpfen. Alles ausgezeichnete Speisepilze und auch einige Steinpilze, Rotfüßchen und Maronen wanderten in den Korb.

Pilzexperten wie Professor Jürgen Schwik, Irena Dombrowa und Reinhold Krakow, beide Pilzberater in Brühl und Wismar sowie die ehemalige Landespilzsachverständige Brigitte Schurig unterstützten die Rehnaer Pilzfreunde vor Ort. "Wir haben viele schöne Gespräche führen können", freute sich Torsten Richter über die Resonanz.

von Iris Weiß
aus SVZ vom 29.09.03
Link:   http://www.svz.de/newsmv/lr/gad/index.html
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