Aktuelles
Mittwoch, 22 Februar 2006 23:00

Pilzexperte stillte Wissensdurst

geschrieben von

Rehnaer Torsten Richter verblüffte Stöllnizer Landfrauen

Stöllnitz (iw) • Einmal im Monat treffen sich die Stöllnitzer Landfrauen in ihrem schmucken Dorfgemeinschaftshaus. Diesmal ließen sie sich von Torsten Richter vom Rehnaer Pilzverein in das Reich der Pilze entführen.

Richter stellte neben heimischen Speisepilzen und ihren gefährlichen Doppelgängern auch richtige Raritäten vor. So wie den Stachelbart – den aktuellen Pilz des Jahres 2006.

"Es gibt cirka 4000 Pilzarten in Mecklenburg. Relativ wenige davon sind richtig gefährlich. Die meisten Vergiftungen sind so genannte falsche Pilzvergiftungen. Das heißt, die verzehrten Pilze waren alt und verschimmelt – Schimmel war dann die eigentliche Ursache für die Übelkeit", erzählte der Profi. Der stellte nebenbei auch seinen landesweit einzig eingetragenen Pilzverein "Heinrich Sternberg" vor und kam dabei selbst ins Staunen.

Ausflug in die Geschichte

Denn die 74-jährige Landfrau Ingrid Rickert erzählte ihm, dass
sie selbst noch Unterricht bei dem Rehnaer Ehrenbürger und
Biologielehrer Sternberg hatte. Und das in Stöllnitz. Denn dort wurde Sternberg 1940/41 für ein Jahr als Vertretung eingesetzt. Die ansässigen Lehrer waren für den Krieg eingezogen worden.

"Damals hat Sternberg in Neuendorf gewohnt und ist immer mit dem Rad nach Stöllnitz gekommen", erinnerte sich die ehemalige Schülerin. Streng, sehr streng soll Sternberg damals gewesen sein. Die ehemalige Stöllnitzer Schule wurde bis zur Wende als Kindergarten genutzt und ist heute ein Mehrfamilienhaus.

In Stöllnitz wurden an dem Abend nicht nur Pilzbilder an die Wand
projiziert, Pilze kamen auch direkt in Form einer Suppe auf den Tisch. Das Rezept hat Vereinsmitglied Katrin Richter für die Stöllnitzer Landfrauen mitgebracht. Und denen hat nicht nur das Süppchen gemundet. "Mir hat der ganze Abend sehr gut gefallen. Viele Pilze kannte ich noch gar nicht", meinte zum Beispiel auch Landfrau Erika Kupsch. Und Richter nutzte noch die Gelegenheit, die Stöllnitzer Landfrauen zu den 7. Rehnaer Pilztagen in diesem Jahr vom 6. bis zum 8. Oktober in den Kreuzgang des ehemaligen Klosters einzuladen.


Link:   http://www.svz.de/newsmv/lr/gad/index.html
Donnerstag, 05 Januar 2006 23:00

NeueTechnik machts möglich: Kleine Pilze ganz groß

geschrieben von

Bilder lassen sich vom Mikroskop auf den Bildschirm übertragen

Rehna • Spaziergänger auf der Insel Poel bei Gollwitz haben große Augen bekommen, als sie beobachteten, wie Katrin und Torsten Richter leuchtend orange-gelbe bis bräunliche Pilze aus den Büschen holten. "Das sind Winterrüblinge, die haben jetzt Saison und schmecken lecker", erklärten die Pilzprofis aus der Klosterstadt.

Der Winterrübling oder auch Samtfußrübling ist an seinem bräunlich-schwärzlich-samtigen Stiel zu erkennen. Verwechslungsgefahr mit anderen Doppelgängern gibt es nicht. Überhaupt besteht im Winter die allergeringste Vergiftungsgefahr. Der Winter-rübling wächst am liebsten an Weiden. Auch der Austernseitling gehört zu den besonders schmackhaften Speisepilzen und hat von November bis Februar und März Saison. In dichten hell- bis schiefergrauen etagenartig aufgebauten Büscheln wächst er besonders gern auf Pappeln, Weiden und Buchen. Und auch das Judas-Ohr oder der Holunderschwamm gehören zu den schmackhaften Winterpilzen. Wie der Name schon sagt, wachsen die hellbraun-fleischlichen Lappen auf Holunderholz.

Erstes Treffen des Jahres bereits fest terminiert

Zu ihrem ersten Treffen in diesem Jahr finden sich die Rehnaer und Wismarer Pilzfreunde am 27. Januar um 18.30 Uhr im Rehnaer Deutschen Haus ein. Neben Bilanz und Ausblick auf das neue Pilzjahr inklusive aller Pilzwanderungstermine stellt Vereinsvorsitzender Torsten Richter auch die neuen Errungenschaften vor. Damit werden kleine Pilze bei den Rehnaern jetzt ganz groß. "Durch die freundliche Unterstützung des Umweltministeriums haben wir unter dem Aspekt der Umwelterziehung und Umweltbildung Fördermittel bekommen. Und die haben wir in einen Fotoadapter und eine Kaltlichtquelle gesteckt, so dass wir unser Mikroskop mit einer Digitalkamera und einem Laptop verbinden können", erklärt er. Mikroskopisch kleinste Exemplare können damit sofort fernsehgroß auf den Monitor übertragen und bei Bedarf auch fotografiert werden.

von Iris Weiß
aus SVZ vom 06.01.2006

Link:   http://www.svz.de/newsmv/lr/gad/index.html
Mittwoch, 04 Januar 2006 23:00

Rehnaer Kenner: Auch der Winter ist Pilzzeit

geschrieben von

Rehna - Pilze wachsen nicht im Winter? Ganz falsch

 

Was ein richtiger Kenner ist, der sucht und findet auch in dieser Jahreszeit die leckeren Gewächse. Wie Rehnaer Pilzfreunde gerade erst bei einer Wanderung über die Insel Poel wieder bewiesen.

Nichts ist unmöglich und Pilzkenner bekommen gerade jetzt, im Winter, ihre Pfannen mit besonders wertvollen Speisepilzen voll. "Wir haben am 1. Januar einen Spaziergang auf der Insel Poel bei Gollwitz gemacht und total viele leckere Winterrüblinge gefunden", erzählten zum Beispiel Katrin und Torsten Richter, Vorstandsspitze des Rehnaer Pilzvereins. "Da bekamen viele Strandspaziergänger große Augen, als wir die lebhaft orange-gelben bis rotbraunen Pilze aus den Büschen holten", schmunzelte der Pilzprofi, der sich aber auch über das Interesse der Ausflügler freute.

Der Winterrübling oder auch Samtfußrübling ist an seinem bräunlich-schwärzlichen, samtigen Stiel zu erkennen. Verwechslungsgefahr mit irgendwelchen Doppelgängern gibt es nicht, er hat keine. Überhaupt besteht im Winter die allergeringste Vergiftungsgefahr. Der Winterrübling wächst am liebsten an Weiden. Entlang der gesamten Ostseeküste ist er derzeit am leichtesten zu finden. Auch der Austern-Seitling gehört zu den besonders schmackhaften Speisepilzen und hat von November bis Februar/März Saison. In dichten, hell- bis schiefergrauen, etagenartig aufgebauten Büscheln wächst er besonders gern auf Pappeln, Weiden und Buchen. Die Hutränder sind eingerollt, die weißen Lamellen laufen bis zur Basis. Einen Stiel im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Verwechselt werden kann er höchstens mit dem olivgrauen Muschelseitling. Doch der ist nicht giftig, er schmeckt nur nicht. Und auch das Judas-Ohr gehört zu den Winterpilzen. Es gibt kaum jemanden, der diesen Pilz nicht schon in tiefgekühlten China-Pfannen kennen gelernt hat. In der Natur und ungetrocknet sieht dieser Holzpilz wie hellbraun-fleischige Lappen beziehungsweise Ohren aus. Er ist ein Spezialist auf Holunder.

Zu ihrem ersten Treffen in diesem Jahr finden sich die Rehnaer und Wismarer Pilzfreunde am 27. Januar um 18.30 Uhr im Rehnaer Deutschen Haus ein. "Ein verpilzter gemütlicher Neujahrsempfang, bei dem ich mich bei allen Pilzfreunden, Pilzinteressierten, Förderern und Sponsoren bedanken und ein pilzreiches neues Jahr wünschen will", erzählt Vereinsvorsitzender Richter. Doch es wird nicht nur Bilanz 2005 gezogen. Es gibt auch einen Ausblick auf das Pilzjahr 2006. Nicht unwichtig sind dabei die Terminabsprachen für gemeinsame und öffentliche Pilzwanderungen.

Die Auswertung der 6. Rehnaer Pilztage ist immer noch nicht restlos abgeschlossen. Gerade die mikroskopisch kleinen Exemplare schwirren teilweise noch zur genauen Bestimmung bei Experten in ganz Deutschland herum. Über Bombardia bombardia, einen winzigkleinen, keuligen Pilz auf Buchenholz, freut sich Richter dabei immer noch. Der allererste Fund dieser Art, der jemals in der ganzen norddeutschen Tiefebene gemacht wurde. Überhaupt werden kleine Pilze bei den Rehnaern jetzt ganz groß. "Durch die freundliche Unterstützung des Umweltministeriums haben wir unter dem Aspekt der Umwelterziehung und Umweltbildung Fördermittel bekommen und die haben wir in eine technische Ausrüstung gesteckt", erklärt Torsten Richter, der als Biologielehrer auch in seinen Biokursen davon profitiert.

Denn mit Hilfe eines Stereoskops, das durch einen Adapter mit einer Digitalkamera und einem Laptop verbunden ist, können mikroskopisch kleinste Exemplare jetzt auf den Monitor übertragen und bei Bedarf auch fotografiert werden. Technik, die gerade junge Leute spannend finden. So sitzt zum Beispiel gerade eines der jüngsten Pilzvereinsmitglieder, der jugendliche Alexander Glomb, an der genauen Artenauflistung aller gefundenen Exemplare, die bei den 6. Rehnaer Pilztagen auf die langen Ausstellungstische zum Betrachten oder aber in kleine Schächtelchen zum Mikroskopieren kamen. Auf die Ergebnisse wartet unter anderem auch die Uni Greifswald, die derzeit alle jemals in Mecklenburg-Vorpommern gefundenen Arten auflisten will. Und eine wissenschaftliche Zuarbeit wie in Rehna gibt es dabei selten.



Von Iris Weiss, LN
aus Lübecker Nachrichten vom 5.01.2006

Link:   http://www.luebecker-nachrichten.de

 

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16. Tage der Pilze

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