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Von tödlich giftig bis erquickend schmackhaft

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Pilze über Pilze: Rehaner Verein hat 358 Arten gesammelt und zwei Tage lang im Kloster-Kreuzgang ausgestellt

Exkursion Pilztage

REHNA Er ist knapp zehn Zentimeter lang, hat Ähnlichkeit mit einem Champignon, eine glatte Oberfläche und eine Hutform, die ihm den Namen „Spitzhütiger Knollenblätterpilz" eingebracht hat. „Und er ist absolut tödlich giftig", sagt Volker Jödicke. Jödicke ist stellvertretender Vorsitzender des Pilzvereins „Heinrich Sternberg" Rehna und hat gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Vereins schon viele Pilz-Arten rund um Rehna herum gefunden. „Aber diesen, den haben wir hier noch nie gefunden."

Jetzt ist der Giftpilz in der stattlichen Sammlung, die die Vereinsmitglieder und Schüler der Rehnaer Regionalschule seit Mittwoch vergangener Woche in der Region gefunden haben und liebevoll im Kreuzgang der Klosteranlage ausgestellt haben.

Während die ersten Besucher die unterschiedlichsten Sorten begutachten, hat sich an diesem Morgen schon eine große Schar gefunden, um in den umliegenden Wäldern weitere Sorten ausfindig zu machen. In zwei Gruppen aufgeteilt, haben sich rund 70 Pilzsucher aufgemacht, um die Sammlung im Kloster auf insgesamt 358 Arten anzureichern.

Während Volker Jödicke einigen Gästen die tödliche Wirkung von den Knollenblätterpilzen erklärt, rührt Petra Nickel wohl duftende Mahlzeiten in einem Kessel um. Auch Petra Nickel ist Mitglied im Pilzverein und hat gerade das zubereitet, was absolut genießbar ist: eine Pilzsuppe mit Steinpilzen und Herbsttrompeten. „Die habe ich selbst gesammelt", sagt sie und füllt einen Teller ab. Über ein Kilo Pilze habe sie bestimmt geschnibbelt, erklärt die Rehnaerin.

Erklären, das machen auch die vielen Experten des Vereins an diesem ersten von insgesamt zwei Ausstellungstagen, denn Interessenten und Fragen gibt es genug. Insgesamt rund 400 Besucher – einige sogar aus Dresden, Berlin, Kiel oder Bochum – werden der sehenswerten Ausstellung ihren Besuch abstatten. Was nicht auf den Schautafeln oder den kleinen Schildchen steht, wissen die Fachleute. Apropos Schildchen. Auf den roten Karten stehen die Sorten, die giftig sind. Auf den blauen Kärtchen sind die essbaren Arten beschrieben, auf den weißen die ungenießbaren.

„Ein einziger kann schon eine ganze Mahlzeit versauen", weiß Volker Jödicke, der selber gerne Pilzgerichte isst. Doch der Pilzverzehr allein ist es nicht, warum er diesem Hobby frönt: „Es ist auch ein wissenschaftlicher Reiz dabei. "Manche Pilze seien anhand von Büchern zuzuordnern, so wie der eben erst gefundene BitterRöhrling, bei anderen müsse man schon im Labor mit dem Mikroskop ran.

take

Seltene Arten

Neben den vielen herkömmlichen Arten konnten bei der Pilzschau in Rehna auch erstmalig sechs seltene und als Raritäten bezeichnete Stachelpilze ausgestellt werden. So brachten Brigitte Schurig und Hannelore Michael den äußerst seltenen Habichtspilz mit. „Auch Gallen- Stacheling und der Samtige Korkstacheling wurden wohl erstmals auf einer Pilzausstellung in Norddeutschland präsentiert", sagt Torsten Richter, Vorsitzender des Pilz-Vereins

aus SVZ vom 04.10.2011

pdfSVZ Pilzverein.pdf1.08 MB04/10/2011,


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