Pilzwanderung in reizvoller Seenlandschaft - Rehnaer und Wismarer auf gemeinsamer Pilzpirsch bei Brüel
Mit Interesse wurden die von Olaf Götz und Christel Schotte gefundenen Herbsttrompeten begutachtet.Rehna. Wismar. Brüel. Das nächtliche Vorspiel aus Starkregen und schweren Gewittern am vergangenen Sonnabend sorgte auch bei einigen Pilzfreunden für Sorgenfalten. Pilze sammeln bei solch einem Wetter? Einige verbrachten den Tag wohl lieber auf dem Sofa, aber gut 30 Pilzsüchtige aus Rehna und Wismar ließen sich auch durch diese Kapriolen nicht von ihrer Leidenschaft abbringen. Die Suche nach essbaren „Erdbewohnern" und Bewegung an frischer Luft sind Motivation genug.
Gegen 10.00 Uhr startete die pilzsüchtige Schar, aufgeteilt in drei Gruppen zu den Exkursionen. Die Pilzberater Reinhold Krakow (Wismar) und Klaus Warning (Bützow) durchstreiften das waldreiche Gebiet um den Roten See und den Hohlsee. Torsten Richter wanderte mit einer Truppe entlang der kalkhaltigen Hangterrassen des Hohl- und Deichelsees geschützt unter dem Blätterdach der Altbuchen. Hier gab es Herbsttrompeten, Hexenröhrlinge und Pfifferlinge. Die Keezer Pilzberaterin Irena Dombrowa fuhr mit ihren Leuten in die sandigen Maronen - Gebiete und sie fanden hier vor allem Pfifferlinge, Krause Glucken, verschiedene Täublinge und die erwarteten Maronen.
Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) gehören zu den beliebtesten Speisepilzen.
Hals-Kragenerdstern
Junge und alte Kragenerdsterne
Für diese leckere Krause Glucke reichte keine normale Bratpfanne.
In allen drei Gruppen wurden, wie auf Lehrwanderungen üblich, zahlreiche verschiedene Großpilze aus den unterschiedlichsten Gattungen erläutert. Unter den Teilnehmern hatten sich diesmal auch Touristen aus Dortmund und Mainz gemischt und die Gäste waren sehr erfreut und interessiert. Als Ergebnis der sachkundigen Pilzführung nahmen auch sie einen Korb voller Speisepilz mit nach Hause. Die Pilzmahlzeit fürs Abendbrot war gesichert.
Christel Schotte und die finsteren Gestalten (Herbsttrompeten)
Kaum 3 Zentimeter hoch! Den Kleinen Nesterdstern (Geastrum quadrifidum) entdeckte ein Wismarer Pilzfreund.
Stacheln vom Duftstacheling (Phellodon confluens) .Neben allerlei kuriosen Begegnungen gab es auch wieder schöne, weil interessante Funde. Ganz zum Motto: klein, aber fein passte der Kleine Nesterdstern (Geastrum quadrifidum). Der gestelzte Erdstern war kaum 3 Zentimeter hoch. Sein großer Bruder der Halskrausen-Erdstern (Geastrum triplex) verzauberte eine von Regentropfen bombardierte Waldwegböschung und sorgte durch sein Outfit für Aufsehen. Der Filzige Sägeblättling (Lentinellus ursinus) konnte erst unter dem heimatlichen Mikroskop in Rehna sicher bestimmt werden, eine ziemliche Seltenheit! Zu den tollen Funden gehören die nach Maggi riechenden Duftstachelinge (Phellodon confluens und niger). Beide werden in der Roten Liste als stark gefährdet geführt. So kam jeder der Pilzfreunde auf seine Kosten.
Mit einem Bad im Roten See und bei am Spieß gegrilltem Wildschwein ging das Vereinstreffen zu Ende und gut gelaunt freute sich so manch einer gedanklich schon auf die leckere Pilzpfanne am heimischen Herd! Für die vorzügliche Beköstigung geht abschließend noch ein herzliches Dankeschön an den Betreiber des Campingplatzes und der Blockhütte am Roten See, Herrn Krüger und sein Team. Die mit Frischfunden gestaltete kleine Pilzausstellung konnte von den Besuchern des Strand- und Campingplatzes auch noch am Sonntag bewundert werden.
Torsten Richter
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